HCD News

      Straefe schrieb:

      Ich denke man hat ihm die Nachfolge von Hofmann versprochen


      Das glaube ich nicht. Hofmann würde bei einem Abgang sicher mit einerem grösseren Hochkaräter als Herzog ersetzt werden. Wir wissen alle, was Zug für Möglichkeiten hat bezüglich Transferkasse. Auch ein zusätzlicher Ausländer für Hofmann wäre möglich (mit dieser saudummen Regelung). Eher wird Herzog für ein Mitläufer geholt, welcher kein Vertrag mehr erhalten wird (z.B. Albrecht, Senteler etc.). Aber lassen wir doch den Zuger die Freude - meine Freude kommt dann auf, wenn es Ende Saison ist und die Zuger wieder und wieder und wieder nicht Meister geworden sind :D
      Ein Abgang von Herzog wäre ein grosser Verlust! Ich glaube kaum das man Ihn durch ein 20 Jähriges Talent ersetzen kann. Für solche Supertalente hat der HCD meist zuwenig Kohle! RVA war so ein Talent, aber solche Spieler gibts wahrscheinlich nur alle 50 Jahre in der Schweiz und nur alle 100 Jahre kommen sie dann auch zum HCD!
      Nichts desto trotz finde ich die Transfers von Nussbaumer und Simic sehr gut, wenn die beiden beim HCD so richtig den Knopf öffnen....wer weiss!! Wenn man noch Egli von Rappi nach Davos holen kann...juuuaaaa!
      Um eine gewisse Konstanz in der Mannschaft halten zu können, wären aber mindestens Herzog, Jung, Hischier, Kienzle, Ambühl, Guerra und Baumgartner schon sehr wichtig! Wertvoll wäre auch ein Nygren in der momentanen Form, viel Erfahrung und viel Qualität!

      Man muss sich schon im Klaren sein, dass man mit dem Ersetzen von älteren Spieler durch junge Spieler, fast immer an Qualität verliert. Jungen wilden zuzuschauen macht Spass, aber mit einer immer jüngeren Mannschaft so richtig erfolgreich sein, wird kaum möglich sein.
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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      Herzog hat Qualitäten ja, aber das haben andere auch.

      In Zug scheint er zumindest nicht bei allen willkommen zu sein, klingt eher in etwa so freudig, wie sich die Ambri Fans auf Pestoni freuen charakterlich. Die Qualität auf dem Eis ist das andere und da kann man Herzog schon nicht wirklich schlechtreden...

      In Davos gibt es einige gute Zeichen, wer da nicht dabei sein will, soll dorthin gehen wo der Pfeffer ... oder die Tabletten wachsen.
      Dieser Abgang schmerzt enorm: Herzog, fit und in Form ist unser bester Stürmer (mit Büehli) und einer der wenigen mit Torgefahr, dazu stark im Boxplay und Powerplay - ein herber Verlust.
      Nichts gegen Spieler wie Simic oder Nussbaumer, aber ob die dann so viel besser sind wie die jetzigen ‚Mitläufer‘ à la Egli oder Meyer wird sich zeigen.
      Jung sollte man unbedingt halten, finde er hat sich gut entwickelt, Guerra sowieso! Auch Aeschlimann gefällt mir gerade defensiv gut, Hischier ist eine Wundertüte: zeigt in 5-10 Spielen seine Qualitäten, leider viel zu selten.

      Ich finde man sollte eher mal über einige arrivierte Spieler reden: Marc Wieser? Corvi? Kommt da nochmal was oder würde eine Luftveränderung evtl. gut tun?

      1.2 Mio erscheint nun bei Abgängen von Dubois und Herzog, sowie wohl dem Karriereende von Dino erreichbar - nur eben: nur mit jungen 3. und 4. Linienspielern von anderen Klubs wirds auf Dauer verdammt schwierig. Dann müssen die Ausländer einfach perfekt sitzen (= jedes Jahr mind. 1 Tedenby)
      Bei Herzog muss man primär mal bemerken: Sein Einsatz für den HCD stimmt 100%

      Egal ob Vorgeschichte mit gewünschtem Wechsel im Sommer. Für mich hat Fabrice Charakter.

      Und nun nehmen wir mal an, Harry Hauser kommt bei seinem Arbeitgeber in Zürich nicht mehr weiter. Er sucht eine neue Herausforderung. Er findet sie in Davos. Er will beruflich weiterkommen. Beim Gespräch am Mittagstisch mit Annagrethli Hauser stellt sich heraus, dass die Frau den Schritt des Mannes unterstützt. Sie hat jedoch am jetzigen Wohnort ein gutes Netzwerk und kann sich einen Umzug nach Davos überhaupt nicht vorstellen.
      So geht Harry nach Davos. Mit dem Wissen, dass er die Neuausrichtung im Job packt. Jedoch mit dem Kompromiss, dass er die Familie nun weniger sieht.
      Schon nach einem Jahr sondiert ein uns gänzlich unsympathischer Arbeitgeber, ob denn Harry nicht bei ihnen anheuern will. So unsympatisch wie uns dieser Arbeitgeber ist scheint er für Harry nicht. In der Nähe seiner Familie, mit Aussichten auf Erfolg und mit prallgefülltem Geldsäckel. Gegen ausser rührt dieser Arbeitgeber die Leute mit Klagen zum Sparen immer wieder zu Tränen. Jedoch verspricht er, Harry mindestens so gut zu entlöhnen wie bisher.

      Wie soll Harry entscheiden?

      Lieber Fabrice, ich werde die Saison mit dir noch sehr geniessen, da ich überzeugt bin, dass du weiterhin 100% für meinen HCD gibst. Wenn mich nicht alles täuscht, dann trennen sich im Sommer die Wege. Schade, aber mein Verständnis hast du.

      Pepi schrieb:

      Lieber Fabrice, ich werde die Saison mit dir noch sehr geniessen, da ich überzeugt bin, dass du weiterhin 100% für meinen HCD gibst. Wenn mich nicht alles täuscht, dann trennen sich im Sommer die Wege. Schade, aber mein Verständnis hast du.

      Malen wir den Teufel nicht an die Wand. Wie heisst es immer wieder gerne: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich glaube den Abgang erst, wann es offiziell verkündet wird.
      Nur wer ständig die Wahrheit sagt, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, was er gesagt hat.

      Fanatiker sind keine freien Menschen, sie sind Untertanen ihrer eigenen Überzeugung!

      Es gibt keine dumme Menschen, es gibt nur solche, die etwas Pech beim denken haben!

      Fan since 1979

      Bueno80 schrieb:

      Eine Zeit lang zwitscherten noch Spatzen in Davos!
      Diese sind wahrscheinlich auch in Quarantäne!

      Sie zwitschern immer noch, nur muss man zwischen den Zeilen lesen können. :D
      Nur wer ständig die Wahrheit sagt, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, was er gesagt hat.

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      Zwilling70 schrieb:

      Pepi schrieb:

      Lieber Fabrice, ich werde die Saison mit dir noch sehr geniessen, da ich überzeugt bin, dass du weiterhin 100% für meinen HCD gibst. Wenn mich nicht alles täuscht, dann trennen sich im Sommer die Wege. Schade, aber mein Verständnis hast du.

      Malen wir den Teufel nicht an die Wand. Wie heisst es immer wieder gerne: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich glaube den Abgang erst, wann es offiziell verkündet wird.


      Ich denke, dass es hier schon etwas mehr wie malen ist. Falls es anders kommt, tiptop.

      Pepi schrieb:

      Ich denke, dass es hier schon etwas mehr wie malen ist. Falls es anders kommt, tiptop.

      Lassen wir uns überraschen ^^
      Nur wer ständig die Wahrheit sagt, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, was er gesagt hat.

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      Die Spengler-Cup-Revolution bleibt aus

      Die Organisatoren des Spengler Cups haben klammheimlich den Fernsehvertrag um fünf weitere Jahre verlängert. Auch an der Ligapause während der Altjahreswoche wird nicht gerüttelt.

      Am 27. Dezember empfängt der HC Davos den HC Lugano. Tags darauf duelliert er sich mit Ambri-Piotta. Am 30. Dezember wird die Partie gegen den EV Zug die Altjahreswoche abschliessen. Eigentlich wäre das alles kaum eine Mitteilung wert. Eishockey über die Feiertage ist in Davos Programm. Seit gefühlt Menschengedenken schaut die Eishockeywelt zwischen Weihnachten und Silvester ins verschneite Landwassertal. Zum 94. Mal hätte dieses Jahr der Spengler Cup stattgefunden. Doch die Corona-Pandemie zwingt das Traditionsturnier in die Knie.

      Immerhin bringt das Alternativprogramm National League so viel Trost, dass OK-Präsident Marc Gianola nach der Absage sagte: «Ein bisschen Eishockey gibt es ja doch zu sehen.» Nicht nur in Davos. Acht Meisterschaftspartien sind mittlerweile in der letzten Jahreswoche angesetzt. Und wer weiss, vielleicht kommen gar noch mehr dazu. Jede Lücke im Spielplan hilft, um die zahlreichen wegen des Coronavirus verschobenen Partien nachholen zu können.

      Ligapause bleibt bestehen
      National-League-Partien während der Spengler-Cup-Woche? Immer wieder tauchten in den vergangenen Monaten Gerüchte auf, wonach dies zur Normalität werden könnte. Auch beim HCD gab es entsprechende Überlegungen. Gianola sagte vor einem Jahr: «Die Durchspiel-Option ist ein Thema.» Ähnlich klang es bei HCD-Präsident Gaudenz Domenig, der schon Monate zuvor von einem solchen Szenario sprach. Das hat finanzielle Gründe: Durchschnittlich 800'000 Franken pro Jahr bezahlen die Bündner den übrigen elf Klubs der National League für den Alleinstehungsstatus ihres Turniers, das dem HCD die Grundlage seiner Existenz sichert. Das ist viel Geld. Sehr viel Geld. Erst recht wenn man bedenkt, dass dieser Vertrag 2011 über zehn Jahre abgeschlossen wurde. Im kommenden Winter endet diese Vereinbarung. Eigentlich. Aufgrund des Coronavirus und der Turnierabsage in diesem Jahr haben sich Veranstalter und Klubs darauf geeinigt, den Vertrag zu denselben Konditionen bis 2022 zu verlängern.

      Und dann? Mittlerweile ist klar, dass sich an dieser Praxis nichts ändert. Die neu gegründete Aktiengesellschaft der Liga (sprich die zwölf Klubs) wird an der Ligapause festhalten. Und auch beim HCD hat man die Gedankenspiele verworfen, den Vertrag nicht zu verlängern. Der neue Kontrakt läuft voraussichtlich bis 2026 weiter – zu den gleichen Konditionen wie bisher.

      Neuer Fünfjahresvertrag mit SRF
      Das wird nicht zuletzt das Schweizer Fernsehen freuen. Quasi im Stillen haben die Verantwortlichen des Spengler Cups den TV-Vertrag mit SRF, der ebenfalls 2021 ausgelaufen wäre, verlängert. Um fünf weitere Jahre, bis 2026. Überraschend kommt das nicht. Eine Abwanderung ins Pay-TV wurde nie ernsthaft diskutiert. Zwar hat sich der TV-Markt in den vergangenen Jahren stark verändert, gerade für die Sponsoren ist die Übertragung im Free-TV aber einiges attraktiver.

      Bei SRF ist die Berichterstattung über die Festtage seit 1955, als noch unter freiem Himmel gespielt wurde und die Bilder schwarz-weiss über den Bildschirm flimmertem, fester Bestandteil des Sportangebots. Nur dieses Jahr wird alles anders sein.

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      Der HCD lockt Junioren-Internationale nach Davos und weckt Erinnerungen an grosse Zeiten. Wiederholt sich die Geschichte?

      Kristian Kapp


      17 auslaufende Spielerverträge: Der HC Davos befindet sich im Umbau.


      Ein junger Engadiner kommt zum HC Davos. Er hat sich einen Namen als Coach der Junioren-Nationalmannschaft gemacht, nun folgen ihm binnen Monaten Spieler dieser Auswahlteams aus dem Unterland hinauf ins Landwassertal zum Rekordmeister.

      Dies könnte der Beginn der Geschichte von Christian Wohlwend sein, von ZSC-Flügel Axel Simic und Biels Valentin Nussbaumer. Beide werden nächste Saison beim HCD stürmen. So aber beginnt auch das vielleicht grösste Märchen im Schweizer Eishockey. Ein Märchen, das vor 24 Jahren seinen Anfang nahm und in sechs Meistertiteln gipfelte: Es war einmal ein Trainer aus dem Engadin …


      10 Jahre, 27 frühere U-20-Nationalspieler

      1996 wechselt Arno Del Curto nach drei Jahren bei der U-20-Nationalmannschaft nach Davos. Er ist hauptamtlich mit dem Erstligisten Luzern gerade in die NLB aufgestiegen, solche Doppelämter sind damals noch gang und gäbe. Mit Reto von Arx und Ivo Rüthemann sind zwei seiner U-20-Jungs bereits beim HCD, den bei Gottéron spielenden Mark Streit nimmt er quasi als Mitgift mit – zwei für einen, nicht nur in Davos ahnt noch keiner, welch grosser Coup dies ist … Sandro Rizzi lotst er noch während der Saison aus St. Moritz nach Davos, doch all das ist erst der Anfang.

      Zeitraffer – zehn Jahre später: Nach knapp der Hälfte der am Ende über 22 Jahre dauernden Amtszeit Del Curtos in Davos sind bereits 16 Spieler zum HCD gewechselt, die unter ihm schon den rot-weissen Schweizer Dress trugen. Es kommen 11 weitere dazu, die erst nach 1996 U-20-Nationalspieler wurden. 27 frühere Junioren-Internationale: Das ist die Basis für die vielen Titel, die ab 2002 teilweise im Zweijahresrhythmus folgen.

      Del Curto ruft, die Spieler kommen. War das wirklich so simpel? Anruf bei Del Curto. Er hat ja eigentlich abgeschlossen mit dem Eishockey, mag auch nicht mehr gross darüber reden. Aber diese alten Zeiten, der Anfang in Davos, daran erinnert auch er sich gerne. Und bemüht sich gleich um eine Entmystifizierung, denn ein gross ausgeklügelter Masterplan steckte damals gar nicht dahinter.

      «Es waren junge, hungrige, entwicklungsfähige, willige und zunächst auch billige Spieler», erzählt Del Curto. Und seine Argumentation? Seine Technik zur Überzeugung? «Das war nicht so schwer. Die Spieler kannten den Laden unter mir, sie wussten, dass wir unerschrocken, mutig, risikofreudig und offensiv spielen würden.» Und das gemeinsame Erlebnis in der U-20-Nationalmannschaft an Turnieren half auch: «Wir hatten dort stets einen sehr guten Teamgeist. Das wollten die jungen Spieler noch einmal in einem Club erleben. In einer anderen NLA-Mannschaft wären sie allein oder vielleicht zu zweit gewesen. Diesen Groove mit allen zusammen hatten sie aber bei uns in Davos.» Den Jungen Perspektiven aufzeigen, sie spielen lassen, so schwierig sei all das gar nicht, resümiert Del Curto: «Dann kommen sie auch.»

         
      «Die Spieler kannten den Laden unter mir, sie wussten, dass wir unerschrocken, mutig, risikofreudig und offensiv spielen würden.»

      Arno Del Curto über die Transfers von jungen Spielern zu Beginn seiner Zeit in Davos

      Mit Mattia Baldi kommt ihm spontan nur einer in den Sinn, den er nicht überzeugen konnte. Und ein paar andere, die er gerne gehabt hätte, wie Fabian Guignard oder Marcel Jenni, habe er gar nicht erst lange bearbeitet: «Da hast du schnell gemerkt, dass sie bei ihren Clubs bereits gut verankert waren oder schon gute Verträge besassen.» Eine Kehrseite der Medaille gab es für Del Curto auch. Bei weitem nicht alle blieben lange in Davos: «Schon der erste Titel 2002 machte praktisch jeden Spieler teurer. Da konntest du gar nicht alle halten.»

      Diesmal ist es ein Doppelpack

      Und damit zurück zur Gegenwart. Auch Christian Wohlwend wechselte 2019 als aktueller U-20-Nationaltrainer zum HC Davos. Die Parallelen zu Del Curto wurden und werden regelmässig gezogen, aber vor allem wegen seiner Engadiner Herkunft und der emotionalen Art als Coach. «Es steckt einiges von Arno in Wolwo», sagte auch der Davoser NHL-Gast Joe Thornton kürzlich.

      Die Parallele zur Vergangenheit beim Verband ist wichtiger, das zeigt sich bereits jetzt. Und noch entscheidender ist die Tatsache, dass mit Raeto Raffainer auch der damalige Nationalmannschaftsdirektor nun in Davos als Sportchef amtet. Simic und Nussbaumer sind die ersten Streiche, auch wenn der HCD diese offiziell noch nicht bestätigt. Genauso wenig übrigens wie die ebenfalls schon erfolgte Einigung auf mindestens ein weiteres gemeinsames Jahr mit dem 37-jährigen Captain Andres Ambühl, der einfach keine Alterserscheinungen zeigt.

      Es ist für Clubs heikel, über neue Verträge von Spielern zu reden in Zeiten von A-fonds-perdu-Beiträgen vom Bund. Was gerade im Falle der Davoser auch absurd anmutet, laufen doch dort Ende Saison nicht nur die Verträge von 17 Spielern aus, sondern auch jene der gesamten Trainercrew. Ein Sportchef, der seinen Job macht, kann in so einer Situation mit den Verhandlungen gar nicht warten. Worauf auch?

      Wenn «Sparen als Chance» nicht nur eine Floskel sein muss

      Raffainer stellen sich derzeit auch andere Herausforderungen: Wegen Corona reduziert Davos für nächste Saison das Budget um über eine Million Franken. Das ist allerdings auch Hilfe und Chance zugleich für den Sportchef. Falls die definitive Auflage des Bundes sein wird, hohe Löhne um 20 Prozent zu reduzieren, ist damit schon einiges erreicht. Und die Sparnot liefert Argumente, da sowieso nicht alle 17 Verträge verlängert werden können. Der Abgang von Stürmer Fabrice Herzog, der in Davos aufblüht, wird sich zum Beispiel kaum verhindern lassen. Abwehr-Routinier Félicien Du Bois wird zudem zurücktreten und einen Job in der Club-Administration antreten. Doch es braucht die Abgänge, um Raum zu schaffen für neue, junge Spieler.

      Raffainer verneint zwar die Frage, ob der HCD nun auch versuchen werde, nur noch frühere U-20-Nationalspieler nach Davos zu lotsen. Den Fakt, dass sich diese aber gerne an die Erfahrungen unter Wohlwend und natürlich an den gemeinsamen Erfolg erinnern und dass diese bei jungen Spielern emotional eine grössere Rolle spielen, kann aber auch er nicht wegwischen. Perspektiven, sie helfen auch. So gut sich ein Simic in Zürich auch fühlt, ist die Aussicht auf einen Platz in den ersten drei Linien grösser in Davos als bei den sehr stark besetzten Lions.



      Simic und dem etwas stagnierenden Nussbaumer dürften darum bald weitere Transfers dieser Art folgen. Simic war in Davos bereits im Sommer 2019 ein Thema, genauso wie der heutige Servette-Verteidiger Simon Le Coultre. Es wären «U-20-Mitbringsel» genau wie damals unter Del Curto gewesen.

      Dass derzeit in der ganzen Liga nur ein einziger 18-Jähriger Stammspieler ist, wäre eine Story für sich – und spricht nicht gerade für eine nach oben drängende Generation. Dass es sich bei diesem 18-Jährigen um Simon Knak handelt, der in Davos die Wartezeit auf den Beginn der kanadischen Juniorenliga überbrückt, ist indes kein Zufall. Knak spielte in der U-20 zwar nicht mehr unter Wohlwend. Dieser und vor allem Raffainer kennen den jungen Klotener dennoch bestens.

      Der Davoser Sportchef berücksichtigte letzte Saison auf seinem ausgedehnten Nordamerika-Scouting-Trip auch ihn – sollte Knak seinen Traum vom Profileben in Übersee nicht realisieren können, wäre es keine Überraschung, wenn es zu einer weiteren, «richtigen» Liaison mit dem HCD käme. Gleiches gilt für Nicolas Müller, den hierzulande etwas in Vergessenheit geratenen Basler Stürmer. Er war an der U-20-WM 2019 zweitbester Schweizer Skorer hinter Philipp Kurashev, liess sich zuvor vier Jahre lang in Schwedens Juniorenhockey ausbilden und spielt derzeit in den USA für mindestens zwei weitere Jahre Universitäts-Hockey auf höchster Stufe.



      Ob Wohlwend bleibt, ist zumindest momentan noch offen. Die Verhandlungen mit allen Trainern sind in Davos derzeit auf Eis gelegt, erst Mitte Dezember, wenn die Bedingungen und Details des Bundes für die A-fonds-perdu-Zahlungen feststehen, werden die Verhandlungen aufgenommen. Nicht nur Wohlwend soll bleiben, sondern auch seine Assistenten. Schwieriger zu halten könnte Johan Lundskog sein. Der Stürmer- und Powerplay-Coach stand bereits vor dieser Saison in der engeren Auswahl für den Cheftrainer-Posten in Bern, der Schwede hat das «Headcoach-Gen», er ist kaum ein «ewiger Assistent».

      Damit wären wir wieder beim Beginn des Davoser Märchens vor 24 Jahren. Und beim entscheidenden Unterschied. Sportchef Raffainer erklärt: «Das sage ich allen Spielern: Unsere Strategie mit je einem Top-Verteidiger-Coach und einem Top-Stürmer-Coach wird bleiben, das Spielsystem wird nicht wechseln – unabhängig vom Namen des Coachs.» Nur die aufgezeigte Perspektive also soll entscheiden, nicht der Name an der Bande. Im Märchen war das ein Vierteljahrhundert lang ein und dasselbe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „philippe88“ ()