HCD News

      Objektiv betrachtet, bin ich nicht unglücklich, wenn Raffainer den HCD sofort verlässt, so kann man sich dieses Gehalt auch noch einsparen. Jeder von uns hat schon einmal eine Stelle gekündigt und hätte lieber Heute als Morgen diese angetreten. Die Motivation ist nach der Kündigung auch nicht mehr dieselbe, also wäre ein schneller Wechsel eine Win-Win-Situation.

      Was mich persönlich mehr ärgert, waren die vollmundigen Versprechungen, als man die Stelle beim HCD angetreten ist, ein Jungendtraum geht in Erfüllung und man habe langfristige Ziele vor Augen. Wenn für Raffa 1.5 Jahre als langfristig gilt, dann kann sich der SCB schon jetzt auf die Suche für den nächsten Ersatz machen, denn diese 18 Monate sind schnell vorbei.
      Es mal ohne Gelb-Blaue-Brille betrachtet: Welcher Verein in der CH, ausser dem HCD, hat international ein solches Ansehen? Keiner! Der SCB mag der grösste Verein sein, aber der Prestigeträchtigste ist und bleibt der HCD. Wo ist hier der Karriere-Sprung? Ich sehe keinen ausser vielleicht bei der finanziellen Entschädigung (was wir nicht wissen) und wenn man sich noch vor Augen führt, dass man Lüthis Atem ständig im Nacken spürt, dann muss der finanzielle Anreiz schon sehr überzeugend sein.

      Raffa, viel spass bei den Mögger und bleib gesund.
      Nur wer ständig die Wahrheit sagt, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, was er gesagt hat.

      Fanatiker sind keine freien Menschen, sie sind Untertanen ihrer eigenen Überzeugung!

      Es gibt keine dumme Menschen, es gibt nur solche, die etwas Pech beim denken haben!

      Fan since 1979
      @BigJoe

      Jedem Spieler, der den Klub wechselt gratuliere ich zum neuen Vertrag. So wie es ein Genoni getan hat. Oder sogar ein Fabrice Herzog. Hier habe ich Verständnis für die familiäre Situation, sogar für mehr Lohn und allenfalls auch Zukunftsperspektiven.

      Raffainer gab uns (zumindest mir) zu verstehen, dass die Aufgabe HCD für ihn etwas ganz besonderes sei. Eine Ehre, ein längerfristiges Projekt, ein Bekenntnis zum HCD. Im Gegensatz dazu ist ein Herzog ein Schaffer, ohne grossen Worte mit Einsatz bis zur letzten Sekunde.

      Und hier kocht in mir der Gräuel, der Ärger auf. Dieses amerikanische, aalglatte Verhalten. Vielleicht nennt man dies auch die neue Generation der Sportchefs. Heute ist der HCD das Grösste, morgen der SCB. Und übermorgen dann die nächste Aufgabe.
      Ich habe Mühe mit dem Stil, sprich, ich kann keinen erkennen. Das bedaure ich.
      @Pepi

      Da bin ich einverstanden mit dir und gebe dir auch Recht. Das ärgert einem doppelt!
      Leider denke ich aber, dass in der heutigen Zeit das BlaBlabbla oft schon dazugehört. Gerade in einer Position als Sportchef. Finde dies alles andere als gut, ist aber schon fast Standart worden im Sport. Da es einfach mittlerweile um sooo vieeel Geld geht.
      Schauen wir uns doch mal an was Raffa geleistet hat für den HCD.
      Im Februar 2019 verkündete man seine Verpflichtung.
      Die Freude war gross und es fing mit dem Coachingstaff an:
      Wolwo, Immomen, Lundskog
      Als Goalitrainer konnte man Mettler verpflichten.
      Dazu holte man wieder den Erfolgskonditrainer Pierre Gutknecht.
      Weiter ging es mit Palushaj und Tedenby.
      Als Nygren sich verletzte kam ein gewisser Rantakari.
      Mit Robert Mayer konnte man den Abgang von JvP besetzen.
      Tedenby ging leider und er holte Turunen, der immer besser in Fahrt kommt.
      Man spricht von Zugängen wie Simic, Prassl, Schmutz und Nussbaumer.
      Lindgren / Hischier Problem löste man mit Ullström / Nussbaumer.
      Kürzlich unterschrieb Büehli um zwei weitere Jahre.
      Auch Heinen, Jung und Egli bleiben beim HCD.
      Demnächst werden weitere Vertragsverlängerungen oder vielleicht auch Neuverpflichtungen durchgegeben.

      Ob man jetzt mit jedem einzelnen Namen zufrieden ist sei dahingestellt.
      Aber die Arbeit von Raffa lässt sich durchaus sehen.

      Wir hatten 17 auslaufende Verträge und schon bald wissen wir wie viele davon verlängert wurden.

      Also meine Meinung bleibt, Raffa machte einen Top Job beim HCD.
      Schade das er geht, schade das er so geht wie es jetzt ist.

      Persbestli schrieb:

      Rheintaler schrieb:

      Raffa muss aus meiner Sicht per sofort freigestellt werden!


      Raeto Raffainer hat aber noch einen Vertrag in Davos. Wie kann er so leicht abgeworben werden?
      Er hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Wenn er jetzt kündigt, kann er nächste Saison beim SC Bern beginnen. Wir werden nun aber prüfen, inwiefern eine weitere Zusammenarbeit noch Sinn macht.



      Ja und? In einem Industrieunternehmen würde man ihn auch sofort freistellen. Hast du das Gefühl er kümmert sich nun noch darum, einen Egli zu verpflichten oder die Verträge von Turunen, Palushaj und Nygrend zu verlängern?!

      Rheintaler schrieb:

      Persbestli schrieb:

      Rheintaler schrieb:

      Raffa muss aus meiner Sicht per sofort freigestellt werden!


      Raeto Raffainer hat aber noch einen Vertrag in Davos. Wie kann er so leicht abgeworben werden?
      Er hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Wenn er jetzt kündigt, kann er nächste Saison beim SC Bern beginnen. Wir werden nun aber prüfen, inwiefern eine weitere Zusammenarbeit noch Sinn macht.



      Ja und? In einem Industrieunternehmen würde man ihn auch sofort freistellen. Hast du das Gefühl er kümmert sich nun noch darum, einen Egli zu verpflichten oder die Verträge von Turunen, Palushaj und Nygrend zu verlängern?!


      wer sagt denn, das dies nicht schon erledigt ist?
      Nein @Rheintaler, dieses Gefühl habe ich nicht. Ich weiss auch wie es in der Privatwirtschaft läuft, wenn Personen an Schlüsselstellen kündigen. Dann werden diese in der Regel freigestellt. Ich gehe davon aus, dass auch Raffainer nicht bis zum Ende seiner Kündigungsfrist beim HCD bleiben wird. Und die Motivation wird eh nicht mehr die gleiche sein. Nach einer Kündigung ist man leer. Dann bringts gar nix, jemanden noch länger zu beschäftigen.

      Rechtlich hingegen hat Raffainer eine 6 monatige Kündigungsfrist. Das heisst, wenn der HCD nicht will, dann wird Raffa auch nicht davor beim SCB mit der Arbeit anfangen können. Aber wie gesagt, bringen wird das nichts.
      Du muss die Tschegg fördig maken

      halil schrieb:

      Schauen wir uns doch mal an was Raffa geleistet hat für den HCD.
      Im Februar 2019 verkündete man seine Verpflichtung.
      Die Freude war gross und es fing mit dem Coachingstaff an:
      Wolwo, Immomen, Lundskog
      Als Goalitrainer konnte man Mettler verpflichten.
      Dazu holte man wieder den Erfolgskonditrainer Pierre Gutknecht.
      Weiter ging es mit Palushaj und Tedenby.
      Als Nygren sich verletzte kam ein gewisser Rantakari.
      Mit Robert Mayer konnte man den Abgang von JvP besetzen.
      Tedenby ging leider und er holte Turunen, der immer besser in Fahrt kommt.
      Man spricht von Zugängen wie Simic, Prassl, Schmutz und Nussbaumer.
      Lindgren / Hischier Problem löste man mit Ullström / Nussbaumer.
      Kürzlich unterschrieb Büehli um zwei weitere Jahre.
      Auch Heinen, Jung und Egli bleiben beim HCD.
      Demnächst werden weitere Vertragsverlängerungen oder vielleicht auch Neuverpflichtungen durchgegeben.

      Ob man jetzt mit jedem einzelnen Namen zufrieden ist sei dahingestellt.
      Aber die Arbeit von Raffa lässt sich durchaus sehen.

      Wir hatten 17 auslaufende Verträge und schon bald wissen wir wie viele davon verlängert wurden.

      Also meine Meinung bleibt, Raffa machte einen Top Job beim HCD.
      Schade das er geht, schade das er so geht wie es jetzt ist.


      Das kann man genau so unterschreiben.
      Er hat einen super Job gemacht bei Davos.

      Das es jetzt halt so endet ist sicher nicht das schönste für uns Fans.
      Aber ich bin mir sicher der HCD wird auch für ihn einen Ersatz finden.

      Und dank seiner "Vor-Arbeit" für die Zukunft, kann sich der HCD nun auch einen
      Moment Zeit lassen und muss nicht Kopf-Überstürzt handeln.
      !!!! Meine Meinung !!!!

      2011 - 90 JAHRE - 45 TITEL "30 MEISTERTITEL - 15 SPENGLER-CUP-TURNIERSIEGE"
      ich denke auch nicht, dass es Sinn macht wenn Raffainer während seiner Kündigungsfrist für den HCD weiterarbeitet. bei verhandlungen wäre er ja völlig unglaubwürdig, wie verkauft jemand seinen Arbeitgeber wenn er selber gekündigt hat und bei einem Hauptkonkurrenten unterschrieben hat. bei den fans hat er goodwill und glaubwürdigkeit ebenfalls verloren. und bei seinen vorgesetzten hat er mit seinem vorgehen bestimmt auch nicht für ein positives arbeitsklima gesorgt.
      die frage bleibt, ob man ihn für den SCB freigeben soll und dem Konkurrenten helfen soll die nächste Saison zu planen? inoffiziell würde er dies wohl ohnehin tun also soll doch der HCD diesen Mitarbeiter von der Lohnliste nehmen und zumindest noch ein paar Bazeli sparen.

      halil schrieb:

      HCD Supporter schrieb:

      Nun dürfen wir gespannt sein was alles in seinem Gepäck sein wird in Bern.
      der wird uns schon noch melken, genau wie er sich gegeben hat als wäre das ein grosses 4-5-6 Jahres projekt für ihn

      Ausser Lundskog wohl nicht viel.
      Ich bin guter Dinge und freue mich auf die nächsten Kaderinfos vom HCD.

      ...ich bin weit weg von Davos und Insiderwissen! Vertraue aber deiner Aussage und freue mich einfach mal mit dir mit! :thumbsup:
      Hier nun ein Kommentar aus dem Tagesanzeiger von Simon Graf:


      Was für eine Doppelmoral des SC Bern!

      Als Treiber der Ligareformen beschwören die Berner das Wohl aller. Nun jagen sie dem HC Davos den Sportchef ab. Das zeigt: Solidarität ist nur eine Floskel.

      Der erfolgsgewohnte Berner CEO Marc Lüthi hatte sich in eine verzwickte Situation manövriert. Er brauchte dringend sportliches Know-how für seinen kriselnden SCB, doch er wollte Sportchefin Florence Schelling nicht brüskieren. Schliesslich hatten die Berner im vergangenen Frühjahr weltweit Schlagzeilen und Lob geerntet,weil sie den Mut hatten, eine Frau in diese Position zu hieven. Und das Zusammenspiel mit Chris McSorley, einem Kanadier alter Schule, mit dessen Engagement die Berner liebäugelten, wäre für Schelling wohl eher schwierig geworden.

      Mit der Verpflichtung von Raeto Raffainer, der die nötige Sensibilität für diese Situation mitbringt, ist Lüthi nun der Befreiungsschlag gelungen. Schelling bleibt in Amt und Würden, Lüthi wahrt sein Gesicht, für Raffainer wurde eine neue Position geschaffen (Chief Sport Officer). Bald ist er Schellings neuer Chef. Der Engadiner, der den Davoser Assistenzcoach Johan Lundskog nach Bern mitnehmen wird, hat sich innert Kürze zu einem der profiliertesten Techniker im Schweizer Eishockey entwickelt. Zuerst bewährte er sich als Direktor des Schweizer Nationalteams in einer schwierigen Zeit, danach orchestrierte er den Neuaufbau beim HC Davos nach der Ära Arno Del Curtos.

      Nach eineinhalb Jahren zieht Raffainer nun weiter – und hinterlässt beim Rekordmeister eine klaffende Lücke. Denn der 39-Jährige ist nicht nur fachlich sehr kompetent, sondern auch ein guter Kommunikator. Er war das Gesicht des neuen HCD, zumal er aus St. Moritz stammt und Bündner Dialekt spricht. Doch Raffainer ist eben auch ein Karrierist, und als der SC Bern anklopfte, witterte er die Chance, die nächste Sprosse zu erklimmen. Es ist attraktiver, bei einem Grossclub zu wirken, der vor 17’000 Zuschauern spielt, wenn nicht gerade eine Pandemie ist, als in den Bergen, wo die Corona-Krise noch lange nachhallen wird.

      Dieser fliegende Wechsel – Raffainer dürfte die Saison in Davos trotz sechs Monaten Kündigungsfrist nicht abschliessen – zeigt, wie das Schweizer Eishockey funktioniert: Jeder versucht, für sich den grössten Vorteil herauszuholen, ohne Rücksicht auf Verluste des anderen. Das ist nicht neu, aber in Zeiten, da Solidarität und das Gesamtwohl der Liga beschworen werden, doch wieder einmal erwähnenswert. Zumal der SC Bern der Treiber der geplanten Ligareform ist, bei der die angestrebte Ausländererhöhung hohe Wellen schlägt.

      2018 wurde die von Lüthi propagierte Anhebung von vier auf sechs Ausländer mit 9:3 Stimmen abgelehnt, nun hat sein Vorschlag, der viel weiter geht, eine grosse Mehrheit in der neu gegründeten National League gefunden. Das Reformpaket umfasst so viele Punkte, dass man leicht den Überblick verliert – was wohl nicht ganz unbeabsichtigt ist. Jeder scheint darin etwas zu finden, von dem er sich künftig Vorteile verspricht.

      Der Treiber des Schweizer Eishockeys ist nicht Solidarität, sondern Konkurrenz. Auf wie neben dem Eis. Man will den anderen übertreffen, austricksen, sucht Schlupflöcher. Das ist auch okay so, entspricht auch unserer föderalistischen Struktur. Ein kollektives Miteinander, wie das im schwedischen Eishockey gelebt wird, ist hier schlicht nicht denkbar. Die Schweizer Rivalitäten schaffen auch Interesse bei Zuschauern und Sponsoren, steigern das Niveau – und als unerwünschten Nebeneffekt eben auch die Spielerlöhne.

      Dieses Gegeneinander hat sich über Jahre bewährt. Und nun reden plötzlich alle von Solidarität und Miteinander und begründen damit eine umfassende Ligareform. Das ist sehr gefährlich. Im alten System hatte sich das gegenseitige Wetteifern eingespielt, eben mit dem bekannten Nachteil der Lohntreiberei. Doch wenn die Rahmenbedingungen plötzlich grundlegend verändert werden, wird auch innerhalb dieser wieder jeder alle erdenklichen Möglichkeiten ausloten, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Das birgt neue Gefahren, deren Folgen nicht abzuschätzen sind.

      Suche nach Schlupflöchern
      Wenn acht oder zehn Ausländer auf dem Matchblatt erlaubt sind, wird sicher ein Club, der sich unbedingt einmal einen Meistertitel kaufen möchte, diese Kontingente ausschöpfen. Dann müssten andere nachziehen. Würde das
      ein Financial Fairplay verhindern? Auch da wird es Schlupflöcher geben. Und lohnt sich Nachwuchsförderung dann überhaupt noch?

      Der Fall SCB versus HCD, die in der Sache der Ligareform auf der gleichen Seite und profilierte Wortführer sind, zeigt, wie viel von der Floskel der Solidarität zu halten ist. Im Interview sagt Marc Lüthi: «Ach, Davos hat zuvor dem Verband den Sportchef auch ausgespannt. Solche Sachen gehören in unserem Geschäft dazu.» Das ist entwaffnend ehrlich. Es soll nur niemand mehr behaupten, man strebe die Ligareform zum Wohle der anderen an.



      Du muss die Tschegg fördig maken

      Zwilling70 schrieb:

      Objektiv betrachtet, bin ich nicht unglücklich, wenn Raffainer den HCD sofort verlässt, so kann man sich dieses Gehalt auch noch einsparen. Jeder von uns hat schon einmal eine Stelle gekündigt und hätte lieber Heute als Morgen diese angetreten. Die Motivation ist nach der Kündigung auch nicht mehr dieselbe, also wäre ein schneller Wechsel eine Win-Win-Situation.

      Was mich persönlich mehr ärgert, waren die vollmundigen Versprechungen, als man die Stelle beim HCD angetreten ist, ein Jungendtraum geht in Erfüllung und man habe langfristige Ziele vor Augen. Wenn für Raffa 1.5 Jahre als langfristig gilt, dann kann sich der SCB schon jetzt auf die Suche für den nächsten Ersatz machen, denn diese 18 Monate sind schnell vorbei.
      Es mal ohne Gelb-Blaue-Brille betrachtet: Welcher Verein in der CH, ausser dem HCD, hat international ein solches Ansehen? Keiner! Der SCB mag der grösste Verein sein, aber der Prestigeträchtigste ist und bleibt der HCD. Wo ist hier der Karriere-Sprung? Ich sehe keinen ausser vielleicht bei der finanziellen Entschädigung (was wir nicht wissen) und wenn man sich noch vor Augen führt, dass man Lüthis Atem ständig im Nacken spürt, dann muss der finanzielle Anreiz schon sehr überzeugend sein.

      Raffa, viel spass bei den Mögger und bleib gesund.

      Abgänge gehören nun leider dazu. Es ist so, auch ich habe Mühe, dass immer wieder vom Jugendtraum gesprochen wurde und dieser Traum nach 1.5 Jahren bereits endet. Aber: er hat eine 6-monatige Kündigungsfrist und daher jederzeit das Recht, einen neuen Job anzunehmen.

      Und ja, ich glaube schon, dass er einen Karriere-Sprung machen kann.
      In Davos war er "nur" Sportchef, beim SCB zuständig für den gesamten sportlichen Bereich.
      Das ist für mich schon etwa anderes und würde daher auch nicht behaupten, dass es aus rein finanziellen Gründen soweit kommt.

      So sehr der Schritt schmerzt/nervt: ich bin dankbar, dass wir einen solchen TOP-Sportchef hatten in einer Zeit, in welcher der HCD mächtig durchgeschüttelt wurde!

      Persbestli schrieb:

      Hier nun ein Kommentar aus dem Tagesanzeiger von Simon Graf:


      Was für eine Doppelmoral des SC Bern!

      Als Treiber der Ligareformen beschwören die Berner das Wohl aller. Nun jagen sie dem HC Davos den Sportchef ab. Das zeigt: Solidarität ist nur eine Floskel.

      Der erfolgsgewohnte Berner CEO Marc Lüthi hatte sich in eine verzwickte Situation manövriert. Er brauchte dringend sportliches Know-how für seinen kriselnden SCB, doch er wollte Sportchefin Florence Schelling nicht brüskieren. Schliesslich hatten die Berner im vergangenen Frühjahr weltweit Schlagzeilen und Lob geerntet,weil sie den Mut hatten, eine Frau in diese Position zu hieven. Und das Zusammenspiel mit Chris McSorley, einem Kanadier alter Schule, mit dessen Engagement die Berner liebäugelten, wäre für Schelling wohl eher schwierig geworden.

      Mit der Verpflichtung von Raeto Raffainer, der die nötige Sensibilität für diese Situation mitbringt, ist Lüthi nun der Befreiungsschlag gelungen. Schelling bleibt in Amt und Würden, Lüthi wahrt sein Gesicht, für Raffainer wurde eine neue Position geschaffen (Chief Sport Officer). Bald ist er Schellings neuer Chef. Der Engadiner, der den Davoser Assistenzcoach Johan Lundskog nach Bern mitnehmen wird, hat sich innert Kürze zu einem der profiliertesten Techniker im Schweizer Eishockey entwickelt. Zuerst bewährte er sich als Direktor des Schweizer Nationalteams in einer schwierigen Zeit, danach orchestrierte er den Neuaufbau beim HC Davos nach der Ära Arno Del Curtos.

      Nach eineinhalb Jahren zieht Raffainer nun weiter – und hinterlässt beim Rekordmeister eine klaffende Lücke. Denn der 39-Jährige ist nicht nur fachlich sehr kompetent, sondern auch ein guter Kommunikator. Er war das Gesicht des neuen HCD, zumal er aus St. Moritz stammt und Bündner Dialekt spricht. Doch Raffainer ist eben auch ein Karrierist, und als der SC Bern anklopfte, witterte er die Chance, die nächste Sprosse zu erklimmen. Es ist attraktiver, bei einem Grossclub zu wirken, der vor 17’000 Zuschauern spielt, wenn nicht gerade eine Pandemie ist, als in den Bergen, wo die Corona-Krise noch lange nachhallen wird.

      Dieser fliegende Wechsel – Raffainer dürfte die Saison in Davos trotz sechs Monaten Kündigungsfrist nicht abschliessen – zeigt, wie das Schweizer Eishockey funktioniert: Jeder versucht, für sich den grössten Vorteil herauszuholen, ohne Rücksicht auf Verluste des anderen. Das ist nicht neu, aber in Zeiten, da Solidarität und das Gesamtwohl der Liga beschworen werden, doch wieder einmal erwähnenswert. Zumal der SC Bern der Treiber der geplanten Ligareform ist, bei der die angestrebte Ausländererhöhung hohe Wellen schlägt.

      2018 wurde die von Lüthi propagierte Anhebung von vier auf sechs Ausländer mit 9:3 Stimmen abgelehnt, nun hat sein Vorschlag, der viel weiter geht, eine grosse Mehrheit in der neu gegründeten National League gefunden. Das Reformpaket umfasst so viele Punkte, dass man leicht den Überblick verliert – was wohl nicht ganz unbeabsichtigt ist. Jeder scheint darin etwas zu finden, von dem er sich künftig Vorteile verspricht.

      Der Treiber des Schweizer Eishockeys ist nicht Solidarität, sondern Konkurrenz. Auf wie neben dem Eis. Man will den anderen übertreffen, austricksen, sucht Schlupflöcher. Das ist auch okay so, entspricht auch unserer föderalistischen Struktur. Ein kollektives Miteinander, wie das im schwedischen Eishockey gelebt wird, ist hier schlicht nicht denkbar. Die Schweizer Rivalitäten schaffen auch Interesse bei Zuschauern und Sponsoren, steigern das Niveau – und als unerwünschten Nebeneffekt eben auch die Spielerlöhne.

      Dieses Gegeneinander hat sich über Jahre bewährt. Und nun reden plötzlich alle von Solidarität und Miteinander und begründen damit eine umfassende Ligareform. Das ist sehr gefährlich. Im alten System hatte sich das gegenseitige Wetteifern eingespielt, eben mit dem bekannten Nachteil der Lohntreiberei. Doch wenn die Rahmenbedingungen plötzlich grundlegend verändert werden, wird auch innerhalb dieser wieder jeder alle erdenklichen Möglichkeiten ausloten, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Das birgt neue Gefahren, deren Folgen nicht abzuschätzen sind.

      Suche nach Schlupflöchern
      Wenn acht oder zehn Ausländer auf dem Matchblatt erlaubt sind, wird sicher ein Club, der sich unbedingt einmal einen Meistertitel kaufen möchte, diese Kontingente ausschöpfen. Dann müssten andere nachziehen. Würde das
      ein Financial Fairplay verhindern? Auch da wird es Schlupflöcher geben. Und lohnt sich Nachwuchsförderung dann überhaupt noch?

      Der Fall SCB versus HCD, die in der Sache der Ligareform auf der gleichen Seite und profilierte Wortführer sind, zeigt, wie viel von der Floskel der Solidarität zu halten ist. Im Interview sagt Marc Lüthi: «Ach, Davos hat zuvor dem Verband den Sportchef auch ausgespannt. Solche Sachen gehören in unserem Geschäft dazu.» Das ist entwaffnend ehrlich. Es soll nur niemand mehr behaupten, man strebe die Ligareform zum Wohle der anderen an.



      Top Kommentar von Graf. Auch in Davos sollte man jetzt nicht auf andere zeigen, wenn es darum geht bei anderen Vereinen jemand zu verpflichten.
      Raffainer hat einen Superjob gemacht. Was mich nachhaltig irritiert sind dann Aussagen von damals wie '
      es gibt keinen schöneren Arbeitsplatz’ oder 'HCD Herzenssache' sowie 'es gibt nichts grösseres im Schweizer Eishockey'. Hätte er nach 5-6 Jahren gewechselt hätte man es verstanden, aber nach 11/2 Jahren.... das ist unschön. Bin dann gespannt was passieten wird, wenn der Z$C nach einem möglichen Abgang von Zahner und / oder Leuenberger einen Nachfolger sucht und bei Raffainer anfragt....