Das Halbfinale: HCD-SCB

      Vielleicht hätte es das Spiel entscheidend beeinflusst, vielleicht aber auch nicht, ist sowieso Geschichte.

      Ich finde es sehr heikel dass nun im Nachhinein eine Minisperre ausgesprochen wird, entweder es war eine Strafe und dann haben die beiden Schiris auf dem Eis falsch entschieden oder es war alles korrekt.
      Sollte es ein "Graubereich" sein so sollte man den Einzelrichtern mächtig auf die Finger hauen, denn dann im Nachhinein eine solche Minisperre zu geben macht die Glaubwürdigkeit der Zebras auf dem Eis auch nicht einfacher.

      Aus meiner Sicht waren beide Situationen sehr sehr unglücklich und klar haben die beiden Berner Risiko genommen, doch es war Playoff... wir Zuschauer wollen Körpereinsatz sehen... ich mag weder den einen noch den anderen Berner ( einer der beiden sogar sowas von nicht :h035: ) aber ein Check mit bösen Absichten sieht anders aus.
      Mit etwas Abstand noch meine subjektive Meinung zum Ausscheiden. Es tut noch immer weh, den HCD im April nicht mehr zu sehen, der schönsten Jahreszeit in Davos.
      Es gibt wohl einige Komponenten, die zusammen kamen und schon mehrfach aufgelistet wurden. Grundsätzlich gilt zu sagen, dass es Bern einfach verdammt gut gespielt hat. Sie haben die Lösung gefunden, wie das Davoser Tempospiel gestoppt werden kann. Sie hatten aber auch die Qualität und die geeigneten Spieler, das dementsprechend umzusetzen. Dazu hatten sie auch noch das nötige Quäntchen Glück, das man in den Playoffs braucht, angefangen mit der Serie gegen den Z.

      Hauptentscheidend war auch für mich das erste Spiel, das man nie hätte verlieren dürfen. Man war einfach noch nicht richtig bereit und hat sich vom Gegner überraschen lassen. Danach war es zu spät, den Schalter zu drehen. Mit einem Sieg hätte die Serie - vor allem auch auf mentaler Ebene - eine andere Wende genommen, bin ich überzeugt. So kam man schon schnell unter Druck, man war gefrustet über die eigene Leistung und erstaunt und genervt über das starke Auftreten des Gegners.

      Vielleicht hat man sich durch die "Erfolge" in der CL auch etwas täuschen lassen und war im Kopf zu überheblich.
      Aus sportlicher Sicht wurde die CL für mich nämlich etwas überschätzt und überbewertet. Es waren zwar tolle Reisen und Erfahrungen, sowohl auf Fan- wie auch auf Spielerseite. Die Leistungen und Ergebnisse waren sicher sehr gut. Aber welche Gegner haben die CL wirklich so topseriös ernst genommen wie Davos? Für einige ist die Gruppenphase einfach eine gute Vorbereitung auf eine Saison. Und welche Gegner haben sich wirklich minutiös auf Davos eingestellt? Finanziell nicht lukrativ und sportlich ist die Wertschätzung für viele Teilnehmer wohl auch eher gering. Nach dem Motto ein Weiterkommen ist schön, ein Ausscheiden tut nicht weh.

      Es war sicher eine gute Saison (2. Quali-Rang, CL). Aber schlussendlich zählen im Eishockey halt nur die Playoffs. Das, was vorher war, ist - ausser der gemachten Erfahrungen - nichts mehr wert! Darum darf man auch enttäuscht sein.

      Mein Fazit: Man sollte den Fokus wieder voll auf die Meisterschaft und die Playoffs legen. Der Gewinn einer nationalen Meisterschaft ist für mich auf allen Ebenen (Erfahrung, Image, Finanzen etc.) das Grösste und Schönste, was man erreichen kann.

      Zwilling70 schrieb:

      Ob Favorit oder nicht, das spielt absolut keine Rolle und wird auch in den Köpfen der HCD Spieler kein Thema sein. Die Medien können sich daran aufreiben und sich wund schreiben, entschieden wird das Spiel zwischen dem 2. und dem 8. der Qualifikation.
      Ich mache mir keine grossen Sorgen um den HCD, zu ausgeglichen ist das Kader und mir ist kein Punkt bekannt, bei welchem der SCB besser sein soll oder zumindest gleichwertig als der HCD. Selbstverständlich haben die Berner die Zürcher aus dem PO gehauen, aber bei diesem Auftritt, welcher der Z an den Tag gelegt hat, war das auch nicht verwunderlich. Wenn man die Spiele betrachtet, welche sich der Z und SCB geliefert haben, war keines wirklich hochklassig, weder von der einen noch von der anderen Mannschaft und die Siege gingen (mit Ausnahme der letzten Partie) allesamt knapp über die Bühne und dies bei bescheidenen Leistungen.
      Wenn der HCD das Hockey zeigt, was er phasenweise in der CL gezeigt hat, dann ist Bern mit 4:0 in den Ferien und kann sich auf die nächste Saison und Trainer vorbereiten.
      Am Donnerstag muss der HCD zeigen, wer der Meister ist und der SCB verfällt in die alten Muster.

      Der Schober ist gereinigt und Plätze für die Bärenfelle 1-4 sind bereits reserviert!




      Rückblickend muss man sich eventuell eingestehen, dass man in etwa mit dieser Einstellung in den Köpfen in die Spiele gegen einen Gegner angetreten ist, der alles gab und sich ziemlich teuer verkaufte.
      Der Irrtum, dass man gegen den SCB körperlich und kämpferisch nicht auf dem selben Niveau ist, sah man wohl zu spät ein. Dass man die Trümpfe wie Schnelligkeit , Passgenauigkeit und Technik nie ausgespielt hat, weiss wohl nur der Hockeygott. Gut vielleicht lies es auch der Gegner nicht zu. Die Wiesers und Forster, die offenbar Agressivleader hätten sein sollen, sah man nach 15 Minuten im ersten Spiel nicht mehr. Eigentlich hatte man, ausser Genoni dem SCB nichts entgegenzusetzen. ( Zaugg lässt grüssen :-))
      Nun gilt es die neue Saison vorzubereiten und sich vorallem physisch zu verbessern sonst gibt's mit den neuen Goalies wieder drei Jahre Viertelfinal-out.

      Jatzli schrieb:


      Nur hätten die 5Minuten Strafen gegen den SCB dem HCD etwas gebracht? Das überzahlspiel wahr über die ganze Serie relativ bescheiden... Von den 5 Spielen hätte der HCD 3 gewinnen können, mit einem guten Powerplay. Im Spiel 1 begann zum Beispiel die Verlängerung mit 1.30min überzahl, kein einziger Schuss aufs Tor. So hatte man in mindestens drei Spielen in der Serie in entscheidenden Phasen ein Powerplay und machte gar nichts draus. Der SCB war die bessere Mannschaft und vorallem haben sie in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht, was dem HCD eben nicht gelungen ist. Da können auch die Unparteiischen auf dem Feld nichts dafür.


      Nun ja, der HCD hat in den Playoffs 2015/16 eine Powerplay-Quote von 25% erreicht. Was mit Abstand der beste Wert der Playoff-Teams ist. Auf Platz 2 und 3 folgen in dieser Statistik Fribourg mit 17.4% und Servette mit 17%. Alle anderen haben unter 15% erreicht (bisher). Zu sagen, dass das Powerplay des HCD schlecht war, weil es im ersten Spiel in der Overtime nicht geklappt hat, wäre wohl zu einfach... Im Schnitt hat der HCD in den Playoffs alle 5:51min ein Powerplay ausgenutzt.

      Vergleicht man die Powerplays im Halbfinale, würde ich sogar behaupten, dass eine 5-Minutenstrafe durchaus hätte was bewegen können, weil die Chancen auf das 3:3 definitiv vorhanden gewesen wäre.
      Der SCB erzielte in 43:26 Überzahl 5 Tore und kassierte 3 Shorthander.
      Der HCD erzielte in 34:33 Überzahl 6 Tore und kassierte 0 Shorthander.

      Aber vorbei ist nun mal vorbei. Hätte, wenn und aber hilft auch nicht mehr weiter.
      Einige Jahre wird Leo, sofern er frei sein wird von Verletzungen, sein Level schon noch halten können. Er ist ja erst knapp 30. Konstanz ist bei Goalies nicht zu unterschätzen, siehe Pavoni oder Tosio oder im negativen Falle Gerber der letzten Jahre, Berra zuletzt, Aebischer, Calgary Hiller.

      Nicht zu unterschätzen dürfte aber vorallem in der ersten Saison die Umstellung auf ein neues Spielsystem seiner Vorderleute sein, ein nervöses Umfeld (Lüthi, Möggerpublikum) und Kull, sein Freund, Förderer und beste Goalietrainer der CH wird auch nicht mehr dabei sein.
      Soll jedoch nicht mehr unsere Problem sein...

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      Ich bin auch überzeugt, dass Genoni in Bern sehr gute Leistungen zeigen wird. Allerdings ist die Gefahr zu Enttäuschen bei derart hohen Erwartungen wie sie an Genoni gestellt werden viel höher, als bei Pottelberghe/Senn wo wir uns bewusst sind, dass zwar beide Talente sind, aber beide auch noch ihre Zeit brauchen werden um sich ans hohe Niveau zu gewöhnen.