Der 27. November 2018 – ein Jahr danach

      Der 27. November 2018 – ein Jahr danach

      Heute jährt sich der Tag, der als tragischer Tag, aber gleichzeitig auch als Startschuss zu einem grossen Neuanfang in die HCD Geschichte eingehen wird. Zu diesem
      Anlass versuche ich mal die Geschichte rund um ADC und diesen denkwürdigen Tag zusammen zu fassen:

      Arno Del Curto und der HCD: Eine Erfolgsgeschichte, die tragisch endete

      Es gibt Ereignisse im Leben, dessen Daten brennen sich einem unweigerlich ins Gedächtnis ein. Man weiss noch genau, was man getan hat zu dem Zeitpunkt als man vom
      Ereignis erfahren hat. Am 31. August 1997, einem Sonntag, sass ich gemütlich beim späten Frühstück als im Radio die Nachricht vom schrecklichen Unfall von Lady Diana im Radio vermeldet wurde. Am 11. September 2001 und den verheerenden Anschlägen in den USA war ich gerade bei der Arbeit als sich die Nachricht aus den USA wie ein Lauffeuer im Betrieb verbreitete. Und am 27. November 2018, inzwischen im modernen Zeitalter des Internets angekommen, erhielt ich eine Push-Nachricht von 20 Minuten auf mein Handy, dessen Inhalt mir den Atem stocken liess und dessen Inhalt ich im ersten Moment gar nicht glauben konnte. Sie lautete: „Knall in Davos: Nach 22 Jahren ist Schluss, Arno Del Curto tritt per Sofort beim HC Davos zurück“.

      Da war sie also, die Nachricht die den HCD in den Grundfesten erschütterte. Zwar kriselte der HCD schon seit Beginn der Saison 2018/2019 gewaltig: die Landwassertaler
      hatten einen miserablen Saisonstart, mit teils blamablen Kanterniederlagen. Vor allem zu Hause lief es gar nicht, ein Endresultat mit fünf, sechs Toren Differenz zu Ungunsten des HCD waren keine Seltenheit. Die logische Konsequenz bei jedem Verein der nicht die Buchstaben HCD trägt, wäre klar gewesen: Der Trainer muss weg! Lieber heute als morgen. Doch ein Rauswurf von Del Curto seitens HCD kam nie. ADC trat von sich aus zurück. Dennoch war der Zeitpunkt von Arno Del Curto's Rücktritt sehr überraschend und hat den Verein wie erwähnt in seinen Grundfesten erschüttert dazu muss man wissen, dass Arno Del Curto der Trainer schlechthin für den HCD war, doch dazu später mehr. Der Zeitpunkt seines Rücktritts kam zudem überraschend, weil man vom Verwaltungsrat her gesagt hat, man schenke Arno Del Curto bis mindestens Weihnachten 2018 das Vertrauen und wenn sich bis dann die Resultate nicht bessern würden, würde man zusammensitzen und weiterschauen. Überraschend war der Rücktritt von Arno Del Curto desweiteren, weil sich die Resultate leicht gebessert haben und eine leichte Aufwärtstendenz feststellbar war: Man kassierte nicht mehr die hohen Kanterniederlagen und konnte die Spiele grossmehrheitlich offener Gestalten. Es gab auch vereinzelte Spiele wo der HCD zu überzeugen vermag. Und ausserdem war der HCD der einzige amtierende NLA Klub, welcher seit seinem Wiederaufstieg 1993 niemals die Playoffs verpasste. Man sagte sich bis zuletzt: "Jetzt ist es soweit: Jetzt hat es den HCD getroffen, welcher eine Krise durchmacht". Andrerseits häuften sich je länger je mehr die Gerüchte, dass irgendwas zwischen der Mannschaft und Arno Del Curto nicht mehr stimmte.

      Natürlich ist der 27. November 2018 weltpolitisch gesehen, nicht so Ereignisreich oder dramatisch wie der 31. August 1997, der 11. September 2001 oder viele andere Daten in der Weltgeschichte. Jedoch erschütterte eben dieser 27. November 2018 die HCD-Welt ebenso wie ein wichtiges weltpolitisches Ereignis. War doch Arno Del Curto über 22 Jahre hinweg DER Erfolgstrainer beim HCD und wurde von den Fans der Blau/Gelben als Hockeygott oder Hockeydad bejubelt. Oftmals zitterten die Fans des Landwassertaler Traditionsclubs bis die Vertragsverlängerung von Arno Del Curto endlich in trockenen Tüchern war. Von den gegnerischen Fans wurden die HCD-Fans mehr oder weniger liebevoll und wohl auch nicht ganz unzutreffend, als „Zeugen Del Curtos“ bezeichnet. Dies zeigt wie wichtig die Person Arno Del Curto in Davos war. Aber auch bei Arno Del Curto floss über zwei Jahrzehnte hinweg blau/gelbes Blut: So war eines Jahres die Unterschrift unter ein Vertrag für ein Traineramt in der KHL nur noch Formsache, ADC hatte den Vertrag auf dem Tisch liegen, die Unterschrift laut seinen eigenen Aussagen nur noch Formsache, aber dann schlug sein Gelb/Blaues Herz zu gnadenlos zu: Er unterschrieb den Vertrag in der KHL nicht, sondern verlängerte den Vertrag in Davos um ein weiteres Jahr.

      Seine Art als Trainer war über gut 2 Jahrzehnte ein Garant für Spektakel und Erfolg auf und neben dem Eis: So bekam einmal ein Abfalleimer im Davoser Eispalast seine
      ganze Wut zu spüren, als seine Mannschaft ein Spiel gegen Kloten verlor. Ein anderes mal brach sich Arno Del Curto während einer Wutrede in der Drittelspause den Fuss. Aber auch auf dem Eis war Arno Del Curto immer wieder für eine Überraschung gut: So förderte und forderte er konsequent die jungen Spieler, setzte sie auch in wichtigen Meisterschaftspartien, ja sogar in den Playoffs ein und konnte nicht zuletzt durch diese "Tricks" auch eine Playoffserie gegen die ZSC Lions noch drehen. Doch natürlich war auch bei Arno nicht alles perfekt und es gab vor allem bei Abgängen teilweise erhebliche Nebengeräusche: Da wäre mal der Rücktritt derKultfiguren Reto- und Jan Von Arx genannt, welche vom HCD keinen neuen Vertrag erhielten, obwohl sie bereit waren den Vertrag nochmals zu Verlängern. Reto traf dies derart hart, dass er dies Arno bis heute nicht Verziehen hat. Auch das Ende von Beat Forster beim HCD verlief nicht ohne Nebengeräusche: Forster wollte einen Zweijahresvertrag, der HCD war jedoch bloss bereit ihm den Vertrag um ein Jahr zu verlängern, was darin gipfelte, das Beat Forster zum EHC Biel wechselte und seinen Unmut über das in Davos vorgefallene, in mehreren Interverviews kundtat. Dann wäre da noch die völlig missglückte Aktion vor der Katastrophen-Saison 2018/2019 zu nennen, als der HCD eine Woche vor der Saison Anders Lindbäck verpflichtete, dessen Leistungen dann - gelinde gesagt - bescheiden waren. Inwieweit diese und weitere Nebengeräusche Arno anzulasten sind, ist natürlich schwierig zu sagen. Zudem gibt es wohl überall wo Menschen arbeiten derartige Probleme. Aber all dies trübt das Bild von Arno beim HCD nur minimal, wenn man bedenkt welche Erfolge man über zwei Jahrzehnte mit Arno Del Curto feiern konnte und wie wertvoll die Person ADC über all diese Jahre war.

      Arno Del Curto wechselte einige Wochen nach dem Rücktritt in Davos zu seiner alten Liebe, dem ZSC zurück, erlitt dort jedoch totalen Schiffbruch, indem er den ZSC nicht in die Playoffs führen konnte und dann einige Wochen nach dem Meisterschaftsende Arno Del Curto's Vertrag beim ZSC nicht verlängert wurde. Für Arno bleibt zu hoffen, dass die Vorkommnisse in der Saison 2018/2019, keine all zu grossen Spuren hinterlassen haben. Aktuell hört man nicht mehr viel von Arno Del Curto. Evtl. hat er ja seine Freude daran gefunden, auch mal andere Seiten des Lebens zu geniessen, die nichts mit Eishockey zu tun haben. Arno Del Curto ist ja schliesslich auch schon im Pensionsalter und eine Pension hätte er sich redlich verdient und wer weiss, evtl. sehen wir Arno ja irgendwann wieder mal im Eispalast, diesesmal als normaler Zuschauer. Die HCD Fans werden ADC jedoch nie vergessen und wir werden immer mit grosser Freude und auch einer Prise Wehmut, an die schönen Erinnerungen rund um ADC erinnern. Arno Del Curto ist und war definitiv einer der grössten Figuren im HCD und auch im Schweizer Eishockey.

      Der 27. November 2018 ist und bleibt somit ein Tag bei dem ich nie vergessen werde, was ich zu dem Zeitpunkt getan habe, als ich vom Rücktritt von Arno Del Curto getan habe. Wie halt bei jedem grossen Ereignissen üblich. Es bleibt ein trauriger Tag in der HCD Welt mit einem unrühmlichen Ende einer Trainerära. Aber der 27. November 2018 war zeitgleich auch der Startschuss für einen Neubeginn beim HCD, dessen Weg ein Jahr nach diesem denkwürdigen Tag, zwar noch lange nicht abgeschlossen ist, aber dessen Zukunft vielversprechend ist.
      Zitat Aaron Palushaj: "Sie kennen doch diese kleine, schwarze Gummischeibe, mit der wir spielen. Manchmal will sie über die Torlinie, manchmal nicht."
      Werde die Verdienste von Arno nie vergessen! Leider war das Ende sehr unschön - von und für alle Seiten.

      Aber offenbar hat es so sein müssen. Dieser „Urknall“ erschütterte den Verein und Fans. Darum ist es keine Selbstverständlichkeit, dass wir im Jahr 1 n. ADC so gut aufgestellt sind. Sportlich und strukturell!!! Vielen Dank den zahlreichen Machern, Chrampfern, Denkern und Lenkern.
      Zurück blickend bin ich froh, dass es so gekommen ist. Ein geplanter und geordneter Abgang wäre Arno nicht gerecht geworden und hat auch nicht seinem Wesen entsprochen. Der grosse Knall war schon eher die Symphonie mit einem starkem Drummer im Hintergrund, welche passend zu Arnos Wirken und Wesen war. Mir ist in der Sportwelt kein anderer Trainer bekannt, welcher einen so grossen Einfluss auf das Nationale Spiel hatte und ohne kitschig zu wirken, ohne Arno wäre unser Hockey (national und international) nicht da wo es heute steht. Das schweizer Eishockey hat dank dem Wirken von Arno, auf und neben dem Eis, eine Entwicklung hingelegt welche in den Anfängen der 90er undenkbar war. Dank Arno war die Swissness, auf der Headcoach Position, plötzlich kein Nachteil mehr und wirkt noch heute nach. Alles in allem, haben wir am 27.11.2018 den Dienstältesten Trainer in der CH-Sportszene verloren, jedoch nicht seinen Einfluss!
      Nur wer ständig die Wahrheit sagt, braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, was er gesagt hat.

      Fanatiker sind keine freien Menschen, sie sind Untertanen ihrer eigenen Überzeugung!

      Es gibt keine dumme Menschen, es gibt nur solche, die etwas Pech beim denken haben!

      Fan since 1979
      Jap....aber rückblickend muss man auch erkennen dass der Abgang von ADC den Weg zu einem modernen und professionellen Coachingstaff beim HCD erst ermöglicht hat.
      ADC war lange eine sehr erfffolgreiche one Man Show, lange hat es funktioniert aber zu lange hat der Vorstand und auch ADC nicht erkannt, dass eine one Man show weder effizient, noch gut genug ist um in der NLA vorne dabei sein zu können.

      Am 27.11.2018 gab es einen Knall, der HCD wurde (nur sehr kurz) in den Grundfesten erschüttert und hat dann sofort alles daran
      gesetzt um wieder vorne mitspielen zu können.....bis jetzt mit Erfolg!
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.
      Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. (Bertolt Brecht)
      Von Leuten, die immer alles besser wissen, können wir nichts lernen. (Ernst Ferstl)