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René Back – der Trainings-Weltmeister
Seit dem ersten Tag, als die Vorbereitung auf die Eishockey-WM begann, gehört René Back zum Schweizer Kader. Zum Einsatz kommt der 27-jährige Davoser Verteidiger in Deutschland allerdings nie.
Von Hansruedi Camenisch
Eishockey. – Im schwarzen Anzug und mit schicker Krawatte sitzt René Back in der Mannheimer SAP-Arena in einer der vordersten Reihen auf der Tribüne, wenn die Schweizer während den WM-Spielen dem Puck nachjagen. Nur allzu gerne würde er seine «Schale» gegen Matchleibchen, Helm, Schlittschuhe und Eishockeystock eintauschen und auf dem Eis mitwirken. Am vergangenen Mon- tag haben sich jedoch Backs letzte Hoffnungen auf sein WM-Debüt in Deutschland zerschlagen. Da meldete Coach Sean Simpson als achten Schweizer Verteidiger Patrick Geering, und tags darauf kam Björn Christen als 14. Stürmer zum Einsatz.
Seit zweieinhalb Wochen verletzt
Jetzt ist das Schweizer WM-Kontingent ausgeschöpft – ohne René Back. Eine Verletzung verhindert seine WM-Premiere. Das Unheil geschah im Training des Nationalteams am 3. Mai in Kreuzlingen. Back prallte an die Bande, und gleichzeitig stürzte ein Mitspieler auf seinen Arm. Back zog sich starke Prellungen und Zerrungen an mehreren Bändern im linken Handgelenk zu. Der Teamarzt diagnostizierte eine Genesungszeit von zwei bis drei Wochen.
Back trainiert zwar täglich mit seinen Teamkollegen, ein Ernstkampf ist aber noch immer nicht möglich. «Ich bringe keinen Druck auf den Stock, habe zu wenig Kraft», sagt der Pechvogel. Die Verletzung behindert ihn sowohl beim Blockieren des Pucks als auch beim Schiessen. Die Situation, sich mit der Rolle des Trainings-Weltmeisters begnügen zu müssen, ist für Back bitter. Seit dem 4. April, dem ersten Vorbereitungstag des Nationalteams auf die WM, gehört er zur Schweizer Truppe. Und nach acht zumeist gelungenen Testspielen machte er sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Selektion. Als verlorene Zeit betrachtet er die beiden letzten Wochen in Deutschland trotzdem nicht. «Simpson hielt trotz meiner Verletzung an mir fest. Offensichtlich glaubt er an mich», folgert der Verteidiger mit Blick auf die nächste Saison.
Nach der WM nur eine Woche Ferien
Jetzt, wo definitiv feststeht, dass er an dieser WM nie zum Einsatz kommt, könnte Back nach Hause reisen. Er bleibt jedoch bei der Mannschaft, die in den letzten Wochen «echt zusammengewachsen ist», so Back. Auch wenn er nicht spielt, ist er fester Bestandteil jener Truppe, mit der er auf der Tribüne mitfiebert und mitleidet. Das nächste Mal heute Abend. «Alles ist möglich», meint Back vor dem Viertelfinalspiel gegen Deutschland. Bei einem Sieg würde er die Weiterreise zu den Halbfinal- und Medaillenspielen nach Köln antreten, andernfalls schon morgen nach Davos zurückkehren. Nach dem WM-Ende plant Back eine Woche Ferien. Danach beginnt für ihn bereits wieder der Trainingsalltag beim HC Davos.
News vom 20.05.2010 |
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