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Arno Del Curto schlaucht seine Spieler wieder auf dem Eis
Gut sechs Wochen vor dem Start zur NLA-Eishockey-Meisterschaft hat der HC Davos gestern das Eistraining aufgenommen. Unter der Leitung von Trainer Arno Del Curto gings gleich richtig zur Sache.
Von Hansruedi Camenisch
Ganz Davos scheint in Bewegung. Angenehme 18 Grad und Sonnenschein laden an diesem Mittwochvormittag zum Wandern und Biken ein. Zudem treffen zahlreiche Läufer ihre Vorbereitungen auf den Swissalpine Marathon vom Samstag bereits vor Ort. Im Gegensatz zum sommerlichen Treiben im Freien ist es im Eispalast kühl. Nicht von ungefähr. Für den HC Davos beginnt an diesem 27. Juli schon wieder die Eiszeit. Am Mittag beordert Trainer Arno Del Curto seine Schützlinge fürs erste gemeinsame Eistraining auf den «Gletscher».
Ab sofort sind unter der Woche für die Eishockeyprofis des HCD täglich zwei Eistrainings angesagt, dazu stehen jeweils zwei weitere Übungseinheiten im Kraftraum oder zwecks Konditionstraining im Freien auf dem Programm. Um die Zeit optimal zu nutzen, nehmen die Spieler das Mittagessen gemeinsam in der Kabine ein. Teigwaren in Variationen und mit verschiedenen Saucen stehen in der Regel auf dem Menüplan. Es gilt, den Kohlenhydratespeicher bei diesem Mammutprogramm effizient wieder zu füllen.
«Schleunigst etwas ändern»
«Es ist gut, dass es auf dem Eis endlich wieder losgeht», meint Jan von Arx. Drei Monate ausschliesslich Konditions- und Krafttraining seien eine lange Zeit gewesen. Weil der HCD in der letzten Meisterschaft bereits im Playoff-Viertelfinal (an Kloten) scheiterte, begann er mit der Vorbereitung auf die neue Saison bereits nach Ostern – für die erfolgsverwöhnten HCD-Spieler ungewohnt früh. «Da müssen wir schleunigst wieder etwas ändern», sagt Jan von Arx. Die Lösung ist klar: in den Playoffs mindestens in die Halbfinals oder gar in den Final.
Im ersten Eistraining gibt es kein langsames Herantasten. Noch während des Aufwärmens wird Tim Ramholt von einem Stock im Gesicht getroffen. Um seine stark blutende Platzwunde kümmert sich Masseur Klaus Schrempf. Auf dem Eis ist Arno Del Curto auch in seiner 15. Saison als Trainer des HC Davos sofort wieder mit der gewohnten Leidenschaft im Element. «Schneller, schneller», treibt er seine Spieler an, die Koordinationsübungen mit Stock und Puck in hohem Tempo ausführen. «Die Technik muss wieder her», fordert der Übungsleiter. Viel von ihrer Technik scheinen seine Spieler während der eisfreien Zeit nicht verlernt zu haben.
Rückkehrer Marha und Sykora
Rechtzeitig zum Start des Eistrainings sind auch die Ausländer in Davos eingetroffen. Für Josef Marha ist es ein schnelles Wiedersehen an einen altbekannten Ort. Im Fühling hatte der Tscheche nach neun Jahren beim HCD seinen Platz in der Kabine geräumt und die Rückkehr in seine Heimat geplant. Inzwischen hat er sich anders besonnen. Am Sonntag wird auch seine Familie wieder nach Davos zurückkehren. Ein ehemaliger HCD-Spieler ist auch Petr Sykora. Er hatte im Frühling 2009 mit seinen Toren redlichen Verdienst am Schweizer-Meister-Titel des HCD, kehrte dann zu seinem Stammklub Vitkovice nach Tschechien zurück, um jetzt erneut nach Davos zu kommen. «Ich fühle mich beim HCD ganz einfach wohl und bin glücklich, wieder hier zu sein», sagt Sykora. Das Tschechen-Trio komplettiert Petr Taticek, der seine fünfte Saison in den Farben der Blaugelben in Angriff nimmt.
Peter Sejna noch verletzt
Neu ist hingegen der Slowake Peter Sejna. Der 30-Jährige bestritt die letzten drei Jahre mit den ZSC Lions. Er ersetzt Daniel Widing, der seine Karriere in Schweden fortsetzen dürfte. Das erste Eistraining in Davos muss Sejna von der Spielerbank aus beobachten. Nach einer Fersenoperation im letzten Frühling befindet er sich erst im Aufbautraining. Sejnas «Zuschauer-Kumpane» ist Peter Guggisberg. Der Flügelflitzer dürfte nach seinem Kreuzbandriss frühestens im Oktober wieder auf Torjagd gehen. Bis dahin hallen Del Curtos Rufe «schneller, schneller» oder «go, go» noch oft durch den Eispalast.
News vom 29.07.2010 |
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